Was wir wollen

So könnte einmal der Bürgerpark Waldstadion aussehen. Für eine größere Ansicht einfach auf den PDF-Link über dem Text klicken.

PDF Skizze Bürgerpark Waldstadion

Die Stadt plant, die Sportanlage Langendamm zu einem „Sport- und Bürgerpark“ auszubauen. Um das Projekt zu finanzieren, wurde erwogen, das Waldstadion an der Windallee zu schließen und auf dem Gelände Wohnungen zu bauen. Dieses Ansinnen ist nach Aussagen des Bürgermeisters und der Mehrheitsgruppe im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umweltschutz vom 27. August vom Tisch. Unklar ist, wie verbindlich diese Aussagen sind. Die bislang vorliegende Projektbeschreibung für den „Sport- und Bürgerpark Langendamm“ spricht nach nach wie vor von der „Aufgabe des Waldstadions“.

Wir setzen uns in jedem Fall für eine Alternative ein: den bisherigen Sportplatz Langendamm zu einem ganzjährig bespielbaren Turnier- und Trainingsgelände für den Rasensport zu entwickeln und gleichzeitig das Waldstadion zu einem Bürgerpark in Kombination mit dem bestehenden Sportplatz für den Schul- und Breitensport umzugestalten und zu sanieren.

So würde das bisherige dezentrale Sportstättenkonzept fortgeschrieben und gleichzeitig verfügte Varel über einen wettkampftauglichen Sportplatz (in Langendamm). Nach vorsichtigen Schätzungen wären die vier Millionen Euro Fördergelder seitens des Bundes plus einer Eigenbeteiligung von zehn Prozent der Stadt Varel ausreichend, zumal die benötigten Flächen bereits im Besitz der Stadt Varel sind.

Das Gelände des Waldstadions ist die einzige innerstädtische Grünanlage, die der Bewegung, dem Training, der Begegnung und der Erholung dient. Sein Nutzungscharakter hat sich über die vergangenen Jahre durchaus verändert und der geplante Bürgerpark trägt diesen Veränderungen Rechnung.

Der Bürgerpark Waldstadion zieht sich in seinem ersten Entwurf von der Grünfläche, die an das Tivoli und die Deharde-Turnhalle grenzt, über den ehemaligen Schlackenplatz bis zum Kleinfeld des Waldstadions, das nahe dem Grundstück der Tanzschule Bokelmann liegt. Hier wird mit einer Abzweigung von der geplanten Finnbahn ein Zugang zum Vareler Wald angedeutet. Zudem wird über die Wegquerung beim Zugang Windallee/Schlackenplatz und Eingang Weberei-Gelände/Windallee der unmittelbare Zusammenhang mit der dortigen Freizeitfläche (Kinderspielplatz, Bouleplatz, Skaterbahn) skizziert und betont.

Die Parkanlage

Die hintere Rasenfläche (Tivoli/Deharde-Halle) wird mit einer Knick-/Wallhecke bepflanzt. Sie dient einerseits als Sichtschutz für Bewegungsgruppen oder als Ruheplatz für Freizeit/Erholung. Die Wiese wird ergänzt durch eine Blühwiese, die eine natürliche Einfriedung für die Naturbühne bietet. Diese Openair-Bühne bzw. Naturbühne für Theater und Tanz (z.B. eine regionale Tango Milango) oder für interkulturelle Feste. Der sozio-integrative Charakter einer öffentlichen Bühnenanlage kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wünschenswert wäre zudem ein Pavillon zum Regenschutz und Ort der Lektüre (mit einem sogenannten öffentlichen Bücherschrank). Die Bepflanzung der Grünfläche kann in ihrer Pflege durch verbindliche Patenschaften ehrenamtlich ergänzt werden.

Desweiteren zeigt der Entwurf in westlicher Richtung ein Spielfeld für Streetbasketball (Kleinfeld mit Korb und Tartanbelag) sowie ein Kleinfeld, das sowohl für Feldhockey als auch für Fußball und/oder Feldhandball genutzt werden kann. Wichtig auch hier eine ausgewogene Begrünung, die den Charakter eines Stadtgartens betont.

Überlegenswert wäre die Teilnutzung des ehemaligen Schlackeplatzes als gebührenpflichtiger Parkplatz (Caravans). Die bestehenden Umkleidekabinen und Sanitäranlagen in diesem Berich wären entsprechend zu sanieren und zu modifizieren.

Somit haben die bisher weitgehend vernachlässigten Flächen Schlackeplatz und Deharde-Wiese eher einen soziokulturellen Freizeit- und Bewegungswert. Die Flächen sind durch ihren offenen Charakter geprägt, bieten gleichzeitig aber auch Schutz für Rückzug und Erholung.

Um den gesamten Bürgerpark (Stadion und angrenzende Flächen) zieht sich das Streckenband einer Finnbahn. Die Finnbahn kann eine Abzweigung anbieten, die durch den Baumbestand zwischen der bekannten Fischbude und der Tanzschule Bokelmann direkt vom Stadion über die Waldstraße in den Vareler Wald führt. Gegenwärtig wird diese Überwegung durch Zaun und Glascontainer verhindert. Wichtig wäre dieser direkte Übergang zum Stadtwald, da die Strecken im Wald gerne für Ausdauerlauf und Nordic Walking genutzt werden. Die Finnbahn kann durch kleine Solarleuchten so angelegt sein, dass man als Jogger oder Nordic-Walker auch in Wintermonaten diese Strecke alleine nutzen mag, sollte man die Dunkelheit der Waldwege fürchten.

Im hinteren Stadionbereich kann das ehemalige Kleinfeld zu einem Beachvolleyballplatz umgewidmet werden, den man zudem für Kugelstoßen und Weitsprung im Rahmen des Schulsports nutzen kann. Auch die Hochsprunganlage gilt es wiederherzustellen.

Im Wesentlichen handelt es sich um Arbeiten, denen die Stadtverwaltung trotz ihrer vertraglichen Verpflichtungen (vgl. den noch gültigen Vertrag zwischen dem TUS Varel und der Stadt Varel vom 30. Juni 1959) über Jahre nicht nachgekommen ist.

Das Waldstadion sollte – wenn möglich – ein offener Raum sein, wobei die Trainings- und Unterrichtszeiten der Vereine und Schulen Vorrang haben. Das Stadion entspricht nicht mehr aktuellen Wettkampfkriterien, ist aber eine ausgezeichnete Schul- und Trainingsanlage.

Im Kern geht es beim Stadion um eine Instandhaltung, d.h. eine neue Rasenfläche, eine Restaurierung der Publikumsbänke und eine Sanierung der Umkleide- und Duschkabinen.

Die Kosten und der Effekt

Die Kosten dieser Maßnahmen liegen mit veranschlagten 2 Millionen Euro im Bereich der Förderung des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und würden somit den Bau einer Wettkampfanlage inklusive eines ganzjährig bespielbaren Rasenplatzes in Langendamm nicht substantiell beeinträchtigen.

Die von dem Förderprogramm des BBSR geforderten und von der Stadtverwaltung immer wieder betonten stadtpolitischen Entwicklungsimpulse“ würden mit dem Bürgerpark Waldstadion tatsächlich realisiert und sind auch als solche klar zu benennen:

  • innerstädtischer Erholungsraum, der bei der weiteren Entwicklung der Stadt Varel immer größere Bedeutung erhalten wird

  • integrativer Begegnungsort für Migrantenfamilien und Alteingesessene

  • soziokultureller Treffpunkt

  • Trainings- und Unterrichtsort für die innerstädtischen Schulen

  • Grünflächen, die einen großzügigen Lebensraum für Insekten- und Vogelarten bieten.


Eine Nutzung dieser Art hätte eine überregionale Signalwirkung, denn es würde anderen Kommunen zeigen, dass auch in der ländlichen Stadtentwicklung neue Akzente gesetzt werden müssen – und auch gesetzt werden können.

 

 

3 Antworten auf „Was wir wollen“

  1. Herzlichen Glückwunsch zur Website „Aktion Waldstadion“. Neben vielen hilfreichen Informationen zur Geschichte der Diskussionen auch in Ausschüssen und dem Bekenntnis zur Doppelstrategie (Bau des Sportparks Langendamm als auch Erhalt und Erweiterung des Waldstadions um einen Bürgerpark) und dem Hinweis, dass es eng werden könnte am Ende mit dem Erhalt des Waldstadions, möchte ich an dieser Stelle, mit Verlaub sagen, das die Doppelstrategie politisch naiv ist. Wenn der Sportpark Langendamm erst einmal gebaut ist, werden alle Argumente für einen Erhalt des Waldstadions null und nichtig. Denn eine Stadt von 24.000 Einwohnern kann sich den Unterhalt von zwei Stadien nicht leisten, der Zustand des Waldstadions wird schlechter werden, da die Stadt ja gerade in ein neues Stadion investiert. Das Geld für eine mögliche Sanierung ist weg. Aus diesem Grund kann ich kein Unterstützer werden.
    Der einzige Weg das Waldstadion zu erhalten besteht darin, den Bau des Sportparks in Langendamm gänzlich zu verhindern. Er ist in der vorgeschlagenen Form nicht bedarfsgerecht, da er ein Leichtathletik-Stadion vom Typ C vorsieht, das bereits mit dem Waldstadion vorhanden ist. Es besitzt dann vier Rundlaufbahnen, drei Dreisprung- und Weitsprunganlagen, eine Hoch- und eine Stabhochsprunganlage, eine Speerwurfanlage und eine Diskus- und Hammerwurfanlage.
    Die leichtathletische Benutzung reduziert sich zur Zeit auf Bundesjugendspiele einiger Vareler Schulen und den Sportabzeichenwettbewerb. Zudem gibt es nur einem Vareler Sportverein mit zwei Jugendleichtathletikgruppen. Schwerpunkt ist Sprinten, Springen (Weit) und Werfen. Selbst für diese Spezialisten ist ein Leichtathletikstadion vom Typ C überdimensioniert.
    Varel hat gute Läufer auf der Langstrecke. Aber die laufen i.d.R. nicht im Stadion.
    Der Sportpark Langendamm benötigt ganz sicher kein Leitathletikstadion. Was bleibt dann aber noch? Ein Rasenfußballplatz und ein Kunstrasenfußballplatz würden übrig bleiben. Aber Rasenfußballplätze hat die Stadt Varel reichlich, so dass auch der eigentlich nicht gebaut werden müsste. Im Kern geht es also um den Bau eines Kunstrasenplatzes. Nehmen wir einmal an, über den Bau eines solchen Platzes bestünde Einigkeit, dann würde ich den aber ganz sicher nicht an einem Ort bauen mit den gegebenen moorigen Bodenverhältnissen. Vollständige Auskofferung und folgende Verfüllung mit Sand erhöht die ohnehin hohen Kosten. Da dieser Platz aber ausschließlich von Vereinsfußballern benutzt werden wird, da der Platz eingezäunt wird, komme ich zu der Überlegung, dass die Fußballvereine sich einen Kunstrasenplatz bauen sollte. Dafür gibt es verschiedene Fördergeldtöpfe und Stadt Varel und der Kreis Friesland werden sich ebenfalls daran beteiligen.
    Nur ein uneingeschränktes Nein! zum Sportpark Langendamm wird den Erhalt des Waldstadions garantieren, Steuergelder schonen und den Bürgern gerecht werden.
    Edgar Fischer
    Varel

  2. Ich finde gut, dass der Bürgerpark Waldstadion viel zentraler liegt, als der geplante Sportpark an der Kartonfabrik.

    Das kommt dem Schulsport zugute!

    Ausserdem würde ich mich als Bürger über die Verschwendung von Steuergeldern maßlos ärgern, wenn das vorhandene Stadion eingerissen würde, um es an anderer Stelle neu zu bauen, obwohl die Tartanbahn in gutem Zustand ist und ganz sicher noch viele, viele Jahre genutzt werden kann.

    Und zuletzt fände ich es toll, wenn Varel den alten „Mief“ überwinden würde, indem dort eine so wegweisende Stätte entsteht: Ich stelle mir vor, dass das ganze Jahr über sich die Menschen dort treffen um Sport zu treiben und zu regenerieren: Im Wald die Jogger und Walker, Familien, die mit den Kindern den sanierten Spielplatz nutzen, Jugendliche, die bouldern, skateboarden, sich auf ein paar Körbe oder zum „pölen“ treffen können, ohne dass ein Platzwart aufschließen muss.

    Bürger, die dort ihr Sportabzeichen machen, Athleten die sich auf der Calisthenics-Anlage in Form bringen… Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

    Das wäre ein Vorschlag, der Varel ganz weit nach vorne bringen würde im Hinblick auf die Lebensqualität und damit langfristig auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt!

    Ich bin von dem Vorschlag wirklich begeistert!

    Welche Parteien in Varel sind eigentlich denn gegen den Bürgerpark und möchten den bisherigen Vorschlag der Stadtverwaltung eines reinen Sportparkes durchsetzen?

    Nur die CDU und die SPD?

  3. Ich kann die Ideenskizze des Förderkreises Bürgerpark Waldstadion nur unterstützen.

    Grün-Flächen im Herzen unserer Stadt sind ein prägendes Element in Varel und ein wichtiges Stück unserer städtischen Baukultur!

    Diese Grün-Flächen (Waldstadion inklusive Schlackeplatz und auch das angrenzende Gelände der Weberei) sind unsere letzten größeren zusammenhängenden innerstädtischen Freiräume und wichtige Orte

    • der Begegnung,
    • des sozialen Zusammenhalts,
    • der kulturellen und bauhistorischen Identität,
    • der Erholung und Bewegung,
    • für Sport und Spiel.

    Diese Grün-Flächen leisten einen positiven Beitrag für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Im Grunde verbessern sie die Lebensqualität eines Großteils der innerstädtischen Bevölkerung.

    Dieser Geländeverbund verbessert nicht nur das angrenzende Wohnumfeld, sondern wertet den gesamten Stadtkern/des innerstädtischen Quartiers auf. Und das Beste dabei: Es gehört bereits der Stadt – also uns ALLEN, uns BürgerInnen!

    Wir dürfen diese letzten größeren innerstädten Grün-Flächen nicht versiegeln und für die Bebauung durch Investoren zu Lasten eines Großteils unserer Bevölkerung opfern. Damit berauben wir letzendlich nicht nur uns selbst, sondern wir nehmen auch den künftigen Generationen einen zentralen Gestaltungsspielraum in unserer Stadt.

    Sigrid Busch (Mitglied im Stadtrat Varel für B90/Die Grünen)

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