Tanz um das Goldene Kalb Fördergelder

Varel 27.07.2019. Leserbrief von Werner Vogel.

Für Varels Bürgermeister Wagner und die ihn unterstützende hauchdünne Ratsmehrheit steht bei dem umstrittenen Sportstättenkonzept eines fest:

Aus Varels traditionellem Sportareal an der Windallee soll ein ca. 5 ha großer Bauplatz werden. Diese unumstößliche Prämisse tunlichst zu verschleiern hat für ihn in der gegenwärtigen Diskussion oberste Priorität, denn sie ist dazu angetan, die Vareler Bevölkerung auf die Barrikaden zu treiben.

Wie beim Treffen mit den Vorständen der Vareler Sportvereine im Waldstadion am vergangenen Donnerstag geht es für den Bürgermeister keinesfalls darum zu ergründen, wie ein Förderantrag aussehen müßte, mit dessen Hilfe die vorhandenen Sportstätten saniert und aufgewertet werden könnten – was dringend erforderlich wäre!! –  und welchen finanziellen Aufwand eine solche Maßnahme überhaupt erfordern würde. Vielmehr wird da bereits in epischer Breite über die Gestaltung angedachter Vereins- und Umkleideräume in Langendamm disputiert, um mit diesem Ablenkungsmanöver die betroffenen Vereinsvorstände in die Sackgasse Langendamm zu locken.

Wenn der Föderkreis in seinem Alternativentwurf eine Art Bürgerpark auf dem alten Schlackenplatz vorschlägt, so bringt er damit u.a. zum Ausdruck, dass dies – wenn überhaupt – der gegenüber Langendamm um Klassen bessere Standort für ein solches Projekt wäre. Wenn daraufhin der Bürgermeister die beiden Vorschläge gleichsetzt, um damit die unbedingte Notwendigkeit einer Überprüfung des Alternativvorschlages nicht zuletzt auch unter finanziellen Gesichtspunkten zu verhindern, so spricht das Bände.

Ebenso – vermutlich vorsätzlich – nichtssagend und nicht nachvollziehbar ist seine Antwort auf die Frage nach einer Umformulierung des Förderantrages, um dadurch die Kosten einer Ertüchtigung der vorhandenen Sportstätten zu ergründen. 

Wenn das Waldstadion erhalten bliebe, was sich das Gros der Vareler Bürger entgegen den Behauptungen des Bürgermeisters wünscht, dann bedeutete die Investition von 4 Millionen Euro Steuergeldern in Form von Bundeszuschüssen für ein neues Sportstadion in Langendamm pure Verschwendung, denn zwei Leichtathletikstadien braucht Varel wahrhaftig nicht.

Derzeit ist die Stadt bereits mit der Pflege nur eines Stadions vollkommen überfordert!

Dies beweist dem interessierten Betrachter ein flüchtiger Blick auf das Spielfeld des Waldstadions.

Der Förderkreis Waldstadion stellt mit seiner Planungsskizze eine ökologisch und fiskalisch sinnvolle Alternative zu dem städtischen Projekt zur Diskussion. Dies zu verneinen bzw. nicht erkennen zu wollen, ist pure Bosheit.

Weshalb der BM von immer neuen Konzepten spricht, die angeblich die in Aussicht gestellten Subventionen gefährden, obwohl es de facto bislang nur den einen, nämlich den des Förderkreises gibt, lässt erstaunen. Vermutlich dient auch dieses Statement  nur dem Zweck, die Diskussion über sinnvolle Alternativen zu unterbinden.

Der Tanz um das Goldene Kalb Fördergelder schafft Unfrieden in der Stadt und führt schlimmstenfalls sogar zu einer Verschlechterung der sportlichen Situation in Varel. Der knappe zeitliche Rahmen des Förderantrages führt u.U. zu überhasteten und möglicherweise falschen Entscheidungen. Für den Bürgermeister jedoch ist dieser Zeitdruck ein willkommenes Mittel, um die Diskussion innerhalb der Bevölkerung und mit den Bürgern zu ersticken.

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