Blanko-Scheck zur Aufgabe des Waldstadions nach 2023?

Wichtige Sitzung am Dienstag, 27.08., um 17 Uhr im Rathaus II Langendamm

Am morgigen Dienstag, 27.08., findet um 17 Uhr im Rathaus II Langendamm eine entscheidende Sitzung des Planungsausschusses zur Zukunft des Vareler Waldstadions statt. Die Sitzung ist öffentlich, Jeder, der Zeit hat, sollte kommen, um die Argumente des Bürgermeisters zu hören und das Abstimmungsverhalten der RatspolitikerInnen zu verfolgen. Denn: Der langfristige Erhalt des Geländes über 2023 hinaus ist trotz aller Beteuerungen des Bürgermeisters noch nicht gesichert. Entscheidend ist, wie die Ausschussmitglieder abstimmen – und worüber. Und das ist verworren.

Abgestimmt werden soll morgen über den Entwurf des Förderantrags für den Sportpark Langendamm (bestehend aus dem Entwurf der räumlichen Projektskizze und dem Entwurf der Kostenschätzung)“.

Die Verwaltung soll durch Abstimmung des Ausschusses beauftragt werden, den Entwurf des Förderantrags bei der Förderstelle einzureichen und das Koordinierungsgespräch am 30.09.2019 auf Grundlage des Entwurfs zu führen.“ Wenn dabei der vorliegende Textentwurf des Förderantrags gemeint ist, heißt dies, dass der Standort Windallee im Rahmen des Sportstättenentwicklungskonzeptes aufgegeben werden soll.

Die Beschlussvorlage des Bürgermeisters für die morgige Sitzung endet mit folgender Beruhigungspille: „Das Waldstadion kann weiter zu Schul-, Vereins- und Freizeitsportzwecken (Bewegungsraum) genutzt werden. Der Schotterplatz und die Rasenfläche bei der Deharde-Turnhalle werden im Rahmen des Projektes nicht veräußert.“

So weit, so schlecht. Denn jetzt kommt’s.

In den Unterlagen, über die die Ausschussmitglieder morgen abstimmen sollen, fehlt jegliche textliche Ausführung des Förderantrags (im Ratsinformationsdienst ist jedenfalls Stand heute nichts zu finden http://buergerinfo.varel.de/si0057.asp?__ksinr=1187 ). Stattdessen erhalten die Abstimmungsunterlagen lediglich eine Kostenschätzung, Baupläne für Anlagen und eine Planskizze des Gesamtprojektes (siehe unten).

Drängt sich die Frage auf: Möchte der Bürgermeister einen Blanko-Scheck haben, um ohne Kontrolle durch den Ausschuss einen Text bei der Förderstelle einzureichen, von dem keiner weiß, was drinsteht – und der möglicherweise das Ende des Waldstadions besiegelt?

Worüber derAusschuss morgen tatsächlich abstimmen soll, ist, dass folgende von der Verwaltung erstellte Skizze beim Bund eingereicht wird, um an die begehrten Fördermittel für den „Sportpark Langendamm“ zu gelangen:

Lageplan_1_Bauabschnitt_August_2019

Wer braucht dann noch einen Bürgerpark Waldstadion?

Schaut man sich diesen Entwurf an, wird deutlich, dass dort viele Elemente untergebracht sind, die der Förderkreis bereits vor Wochen in seiner Ideenskizze für den Bürgerpark Waldstadion aufgenommen hat und dort an anderer Stelle – nämlich im Herzen der Stadt an der Windallee – verwirklichen möchte.

Das kann doch nur eines bedeuten:

Wenn die oben zu sehende Skizze in Langendamm vollständig umgesetzt werden sollte (vorausgesetzt, der Bund gibt die Förderung von 4 Mio. Euro), braucht es keinen Bürgerpark Waldstadion mehr – wäre ja doppelt gemoppelt und ein treffendes Argument der Verwaltung, spätestens ab Fertigstellung des „Sportparks Langendamm“ (geplant 2023) einen Käufer für das Waldstadion samt Schotterplatz und Deharde-Wiese zu suchen (wenn es ihn nicht schon längst gibt …).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.