Nur etwas Zeit gewonnen – mehr nicht

Verkauf des Waldstadions ist noch lange nicht vom Tisch

Trügerische Ruhe ist eingekehrt in die Diskussion um die Zukunft des Waldstadions mit Schlackeplatz und Deharde-Wiese. Tatsächlich könnte man nach der Sitzung des Planungsausschusses am 27. August den Eindruck gewinnen, dass das Schlimmste abgewendet wäre: die Veräußerung des Waldstadions zur Gegenfinanzierung des geplanten „Sportparks Langendamm“. Denn es wurde mit großer Mehrheit beschlossen, das Waldstadion „im Rahmen des Projektes“ nicht zu verkaufen und Vereins- und Schulsport auf dem Sportplatz an der Windallee weiterhin zu ermöglichen.

Also: Alles gut?

Eher nicht.

Durch die Aktivitäten des Förderkreises und die große Zahl der Unterstürzerinnen und Unterstützer für den Erhalt des Waldstadions und der Idee eines Bürgerparks dort ist nur eines gewonnen: ein wenig Zeit. Denn der Beschluss des Planungsausschusses vom 27. August lässt sich so interpretieren, dass die Stadt das Sportgelände an der Windallee zwar bis zur Fertigstellung des „Sportparks Langendamm“ 2023 in Ruhe lässt. Nur: Was kommt danach?

Durch die Zustimmung der Ausschuss-Mehrheit in der Sitzung am 27. August gegen die Stimmen der Gruppe G6 zu einem Beschlussvorschlag der Verwaltung bleibt der Wortlaut des Projektthemas im Förderantrag für den „Sportpark Langendamm“ faktisch bestehen. Und dort steht schwarz auf weiß:

Mit dem Beschluss und dieser Formulierung im Gepäck wird eine Abordnung der Verwaltung am 30. September in das Gespräch beim Bundesinnenministerium gehen, um die angepeilte Fördersumme von 4 Millionen Euro für den Bau des „Sportparks Langendamm“ zu erhalten.

Der Bürgermeister sowie Vertreter der Mehrheitsfraktion haben in der Sitzung zu erkennen gegeben, dass sie den Widerstand gegen den Verkauf des Waldstadions in der Vareler Bevölkerung samt den dort aktiven Vereinen TuS Varel 09 und VTB gespürt haben. Und sie haben geäußert, über die Idee des Bürgerparks an der Windallee mit dem Förderkreis weiter sprechen zu wollen.

Stellt sich aber die Frage: Wem ist mehr zu trauen? Dem geschriebenen Wort eines Förderantrags – oder der mündlichen Äußerung in einer Sitzung?

Mit der Formulierung „Verzicht auf den Verkauf im Rahmen des Projektes“ haben sich Politik und Verwaltung eine große Hintertür offengehalten. Denn: Ist das „Projekt Sportpark Langendamm“ erst einmal beendet, darf man getrost davon ausgehen, dass die Stadt nicht locker lässt, einen Verkauf des Waldstadions voranzutreiben. Dies wäre dann ja ein anderes Projekt. Pläne zur Bebauung des Waldstadions plus Nebengelände gibt es seit 2003.

Was heißt das jetzt für alle, die das Waldstadion erhalten und die Entwicklung eines Bürgerparks (wie auch immer er später aussehen wird) befürworten?

Es heißt: Wachsam bleiben und jede künftige Tagesordnung für eine Sitzung des Planungsausschusses daraufhin abklopfen, ob eine Bauleitplanung für die Flächen Waldstadion/Schlackeplatz/Deharde-Wiese aufgelegt wird. Und immer wieder gerne den Bürgermeister und die Mitglieder der Mehrheitsgruppe im Rat an ihr gegebenes Wort erinnern!

_______________________________________________

Hier der komplette Text der Förderskizze der Stadt Varel zum Sportpark Langendamm und der Zukunft des Waldstadions. Entscheidend sind die Passagen „Kurzbeschreibung des Projektes“ und „Begründung des Projektes“ auf Seite 6:

Projektskizze_Sport_und_Buergerpark_Varel_oeffentlich_web

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.